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Haben wir es selbst in der Hand?

Wenn alle 40.000.000 Erwerbstätigen in Deutschland pro Monat nur 10,- € mehr ausgeben würden, als sie es normalerweise tun, bedeutet das einen Mehr- Umsatz von 400.000.000 € pro Monat/4.800.000.000 p.a.

Das wiederum bedeutet eine Umsatzsteuer-Mehreinnahme (19% MwSt. vorausgesetzt) von 63.865.546,22 € pro Monat, bzw. 766.386.554,62 € pro Jahr.

Eine hübsche Stange Geld, die man (der Staat) in diverse (Bildungs?)Programme investieren könnte.

Abgesehen davon, würde das mehr Arbeitsplätze bedeuten, was wiederrum mehr Kaufkraft bedeutet, was wiederrum mehr Steuereinnahmen bedeutet.

Ergo?

Wir alle könnten mit wenig Einsatz etwas bewegen....vorausgesetzt die Mehreinnahmen würden wirklich sinnvoll eingesetzt.

29.1.08 23:55


Buch-Versuch

Und siehe, der Höllenschlund tat sich auf, und ein Dämon stieg herauf
aus den tiefsten Tiefen des Pandämonium, und seine schuppige Haut schimmerte,
denn sie war voll Schleim, und seine Augen quollen heraus,
und er zeigte sein Maul, in dem Zähne Dolchen gleich zu erblicken waren, und er sprach mit einer kehligen Stimme, die das Blut in den Adern gefrieren ließ:
 

„GIBT ES DIESE SCHUHE AUCH IN EINER ANDEREN FARBE ?“´

 

KAPITEL I

(KUNDEN)

 
 

Früher machte mir meine Arbeit als Verkäufer Spaß. Diesen Beruf habe ich gelernt, weil ich schon als Kind sehr kommunikationsfreudig war, und es mir keine Mühe machte, etwas zu verkaufen.

So habe ich zum Beispiel im zarten Alter von fünf Jahren Steine, die ich in unserem Garten gesammelt hatte, an alle Nachbarn verkauft, indem ich ihnen weiß gemacht habe, dass diese in ihrem Garten doch viel schöner aussähen, weil sie ja auch farblich besser passen würden, als in unserem.

Sollte das als Argument nicht gereicht haben, brauchte ich nur ein bisschen zu weinen und dann ...!  Oder könnten Sie einem süßen, weinenden fünfjährigem etwas abschlagen?

Außerdem sind 3,50 DM (1,79 Euro) ja auch nicht zuviel verlangt für einen qualitativ hochwertigen Kieselstein mittlerer Größe, der zudem auch noch ein äußerst interessantes Farbspektrum aufweist.

Erfolgreiches Verkaufen hat nicht wenig mit Sich- selbst- verkaufen zu tun; eine Kunst, die ich in hohem Maße beherrsche, was sich vor allem während meiner Pubertät herauskristallisierte.

Obwohl ich, wie wohl jeder Jugendliche, unter starken Stimmungsschwankungen litt, konnte ich meinen Eltern während dieser ganzen Phase glaubhaft machen, dass ich mich hervorragend fühle.

O.k., wegen meiner permanent guten Laune glaubten sie für eine kleine Weile, ich würde Drogen nehmen, aber auf Grund meiner Redekunst konnte ich sie von diesem Gedanken schnell abbringen, denn als aufgeklärter Jugendlicher war ich mir doch durchaus darüber im klaren, warum ich solche Stimmungsschwankungen hatte. Schließlich ist dies nichts als ein biologischer Vorgang, infolge dessen sich in meinem Gehirn neue Synapsen bildeten, was auch der Grund für die zeitweilige Verwirrung einiger meiner Altersgenossen war. Ich machte meinen Eltern verständlich, dass man, wenn man nur diese Vorgänge verstehen würde, den Auswirkungen entgegen wirken könne.

Eigentlich habe ich nur gute Laune gemimt, damit meine Eltern mich in Ruhe lassen.

Auch in der Schule konnten  mir meine Fähigkeiten das ein oder andere Mal weiter helfen, z.B. wenn es darum ging, gute Ausreden parat zu haben, wenn ich mal wieder aus Versehen meine Hausaufgaben nicht gemacht hatte.

Meistens habe ich den Lehrern dann in einem Gespräch unter vier Augen meine Pubertätsprobleme mitgeteilt, und dass meine Eltern mich nicht verstehen würden, und diese mir sogar unterstellten, ich würde Drogen nehmen. Und dies alles würde mich so sehr belasten, und deswegen hätte ich den Kopf nicht frei, und daraus resultierend meine Hausaufgaben total vergessen.

Irgendwann ist mir natürlich mal so ein überintelligenter Pauker auf die Schliche gekommen, und meinte daraufhin: „So wie Du lügen und reden kannst, gibt es nur zwei Möglichkeiten für Dich; Politiker in einer Regierungspartei oder Verkäufer!“

Tja, da ich mich für Politik damals nicht sonderlich interessierte, war meine berufliche Zukunft entschieden. Nach meiner überstandenen Pubertät, habe ich für einen ausreichenden Schulabschluss gesorgt, und schon die 79. Bewerbung brachte den gewünschten Erfolg: eine Ausbildungsstelle als Kaufmann im Einzelhandel.

Schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass dieser Beruf wirklich für mich geeignet ist, denn es begann richtig Spaß zu machen.

Ich bin jeden Morgen aufgestanden, habe mich gewissenhaft auf den Arbeitstag vorbereitet und mich dann frohen Mutes auf den Weg gemacht, brachte doch jeder Tag neue Erlebnisse, Erfahrungen und ließ mich mit netten Menschen (Kunden) zusammen treffen.

Leute, die sich bereitwillig meinen Erklärungen und Verkaufskünsten hingaben, die sich durch ausgefeilte Verhandlungstaktik von mir zum Kauf einiger für sie sehr wichtiger Dinge verführen ließen, ohne die ihr Leben weniger lebenswert wäre.

Menschen, die mit unentschlossenen Mienen das Geschäft betraten, und es mit einem Lächeln im Gesicht und weniger Geld im Portemonnaie wieder verließen.

Abends konnte ich dann ohne schlechtes Gewissen nach Hause gehen, denn ich wusste, dass ich den Kunden etwas Lebensfreude verkauft hatte, und sie nahmen es dankbar an.

O.k., es gab auch ein oder zwei Ausnahmen, wie z.B. Herrn Petermann, der bevorzugt Damenbadeanzüge in Größe 42 (wir hatten damals noch eine kleine Sportabteilung in dem Schuhhaus, wo ich gelernt habe) kaufte...und zwar für sich. Solange man ihn im Geschäft nicht ansprach, war alles in Ordnung. Ein beliebter Scherz unter Kollegen war allerdings, den Lehrling im ersten Jahr hinzuschicken, denn wenn man Herrn Petermann ansprach, während er sich besagte Badeanzüge anschaute, dann rannte dieser kreidebleich und völlig verstört aus dem Geschäft.

Oder aber Frau  IIIH- BÄH (keiner kennt ihren richtigen Namen), die man schon riechen konnte, wenn sie die Treppe heraufkam. Die Haare sahen aus, als ob sie schon seit dem Bau der Berliner Mauer nicht mehr gewaschen worden wären. Ca. 30cm türmte sich ein Nest aus verfilzten Haaren auf Ihrem Kopf.

Im übrigen waren es aber normale Leute, die unser Geschäft besuchten. Wie gesagt, es machte richtig Spaß.

Im Laufe der letzten Jahre ist jedoch einiges anders geworden. Der Spaß ist mir gründlich vergangen, denn im Zuge von Stellenabbau, Steuernaufbau, Rezession und zunehmend schlechtem Wetter hat sich auch das Verhalten der Kunden drastisch verändert.

Neue Erlebnisse und Erfahrungen gibt es nach wie vor, jedoch trifft man heute nicht auf Kunden, sondern auf nörgelnde, schlecht gelaunte, geizige, besserwissende, schweißfüßige MORLOCKS!

Nach einem anstrengenden, nervenaufreibenden Arbeitstag komme ich nach Hause und denke: So, jetzt hast Du alles erlebt, schlimmer wird‘s nicht.

Stimmt, es wird nicht schlimmer; es wird jeden Tag unerträglicher.

Was soll denn das, wenn so ein dickbäuchiger, penetrant stinkender Ober-Heinzel sich von mir 45 Minuten lang die tollsten Schuhe zeigen und anprobieren lässt (gefallen hat ihm natürlich keines der ca.127 verschiedenen Modelle), um mir dann zu sagen: „Ja...äh... kaufen wollte ich ja eigentlich nichts, ich wollte mir nur mal`n Überblick verschaffen!“?

„Warum haben Sie mir das denn nicht gleich gesagt?“ fragte ich ihn so freundlich es mir zu diesem Zeitpunkt noch möglich war.

„Weil Sie sich dann nicht so eine Mühe gegeben hätten!“ bekam ich zur Antwort.

Ruhig! Gaaaanz ruhig. Was hast Du beim Verkäufertraining gelernt? Immer ruhig bleiben !!!

JA WIE DENN?

Ich habe dem Kunden klar gemacht, dass ich mir dann natürlich noch mehr Mühe gegeben hätte, denn schließlich will ich ja unsere Ware verkaufen, und einen Kunden, der eigentlich keine Kaufabsicht hat, umzustimmen, ist doch schließlich ein großer Anreiz für einen jungen, ehrgeizigen Verkäufer wie mich, denn verkaufen fängt da an, wo der Kunde "Nein" sagt.

Nach einigen gemurmelten Entschuldigungen hat dieser XXXXX dann endlich den Laden verlassen.

Nachdem ich mich bei der anschließenden Aufräumaktion abreagiert hatte, war ich bereit für mein nächstes Opfer. Als ich jedoch die Kundin sah, die da in den Laden walzte, war mir klar, dass ich das Opfer sein würde.

Frau Keller ist etwa 1,55m groß, genauso breit und mindestens so schwer - allerdings ohne das Komma hinter der 1, und mit der Maßeinheit kg statt m hinter der 55.

Ihr grob geschätztes Alter liegt irgendwo zwischen 56 und uralt. Gekleidet ist sie mit der neuesten Mode- d.h. wenn jetzt 1987 wäre, wäre sie neu (die Mode; nicht Frau Keller).

 Ein Blick auf ihre Füße verrät; Größe 40 und superdick. Tragen müsste sie Gesundheitsschuhe mit Fußbett und allem drum und dran, damit ihre geschundene Fußmuskulatur ihr immenses Gewicht auch aushält. Frau Keller aber ist der Meinung immer schon Größe 38,5 gehabt zu haben, und außerdem schmale Füße ihr eigen zu nennen (Gelächter).

Im Prinzip ist es mir ja auch scheißegal, ob solche Tanten, die sich meistens auch noch für unheimlich attraktiv halten - in diesem Fall liegt die Betonung jedoch eindeutig auf unheimlich - sich mit zu kleinen und schmalen Schuhen die Füße schänden.

Allerdings machen die mir mit ihren Laufwarzen (es widerstrebt mir, hier von Füßen zu sprechen) alle schönen Pumps und modischen Schuhe kaputt, so dass wir diese dann nur reduziert verkaufen können( wenn überhaupt).
„Herr Gerber, wat könn`n Se mich denn heute schönet zeigen?“ krächzte sie mir entgegen, während sie sich auf zwei Stühle (Sie wissen schon;1,55) fallen ließ.

Dabei entstand ein Luftzug, der mir ein Duftgemisch aus Eau de Cologne, Zigarettenqualm, Knoblauch, Schweiß und billigem Cognac entgegen wehte.

Zum Glück hatte ich an diesem Tag die Nase leicht zusitzen, so dass ich nur fast ohnmächtig wurde. „Mir tun de Füße wida so weh, weiß garnich woran dat liecht.“


„Frau Keller, das liegt daran, dass sie sich mal wieder bei der Konkurrenz  mit zu engen Schuhen eingedeckt haben“ entgegnete ich freundlich. „ Sie wissen doch, was Sie tragen müssten.“

Mein letzter Versuch ihr  die richtigen Schuhe zu verkaufen, ehrlich!!!

Doch darauf bekam ich keine Antwort, sondern musste mit ansehen, wie sie, allen Naturgesetzen zum Trotz, von ihrem Stuhl, bzw. Stühlen in die Höhe schoss, auf das  Regal mit den hochhackigen, superschmalen Schuhen in Größe 38,5 zurannte, sich zielsicher das teuerste Modell herausfischte, und es, ehe ich überhaupt zu einer Regung fähig war, mit ihren dicken Stampfern malträtierte.

Es kam, wie es kommen musste. „Sagen Se mal Herr Gerber, fällt dieser Schuh zu klein aus? Ich hab` doch immer Größe 38,5. Wieso passt der denn nich`?“

 


„WEIL DU DUSSELIGE KUH NICHT RAFFEN WILLST, DASS DU MIT DEINEN SPECKFÜSSEN MINDESTENS 40 GEBRAUCHST UND DIR DER SCHUH ZU KLEIN IST UND KAPUTT IST DER  JETZT AUCH!!! JETZT MUSS DER WIEDER FÜR`N APPEL UND`N EI VERTICKT WERDEN!

VERDAMMTE SCHEISSE!!!“


Ich wunderte mich, warum Frau Keller so einen erschrockenen Gesichtsausdruck hatte, als mir die plötzliche Stille im Laden auffiel.

Ich habe doch nicht etwa....oder doch?

Als sie kurz darauf weinend und keifend das Geschäft verließ, war ich mir sicher. Ich habe ganz aus Versehen meine Gedanken  laut ausgesprochen. Ups!!! Aber was regt die sich denn gleich so auf? Ich habe auch unter der schlechten Stimmung in Deutschland zu leiden, muss um meinen Arbeitsplatz fürchten. Habe ich deswegen etwa schlechte Laune, oder nörgel ‘rum?

Schließlich tue ich doch nur mein Bestes, denn Verkäufer ist ein Traumberuf, der wirklich Spaß macht, ehrlich !!!

 

30.1.08 00:03


Buch- Versuch Teil 2

Kapitel 2
 
(Andere Kunden)
 
 

Nachdem mich mein Chef, aus mir völlig unbegreiflichen Gründen, rausgeschmissen hatte, folgte eine kurze Phase der Arbeitslosigkeit.

Um nicht zuhause zu verblöden, und um ein paar Mark nebenher zu verdienen, nahm ich einen Job in einer Kneipe an. Was sollte da auch schon großartiges schief gehen? Schließlich ziehen sich alle Leute in ihre Stammkneipen zurück, um von der Arbeit, den Problemen und/oder der Familie davon zu laufen.

Kurzum, jeder war hier, um zu vergessen. Ich hegte die Hoffnung, hier von MORLOCKS verschont zu bleiben, aber der Arm des Bösen, des Fürsten der Hölle, aus der die Verbraucher von heute zu stammen scheinen, hatte auch hier sein Wirken begonnen.

Hier, in den Oasen der Freude und Heiterkeit, wo man in kurzer Zeit neue Freunde gewinnen kann, indem man so etwas Simples tut, wie ihnen ein paar Bier auszugeben, hier an dem Ort, von dem ich dachte, dass es - wenn überhaupt - nur hier normale Menschen geben kann, auch hier umgab mich die Aura des Bösen.

Anfangs hat man nur wenig davon gemerkt. Ein paar einzelne Gäste nörgelten darüber, dass das Bier schmecken würde, als sei der “Nachtwächter“ noch drin, oder die Brezeln seien zu salzig oder die Suppe nicht salzig genug,alles Dinge, die in jeder guten Kneipe einmal vorkommen können, also nichts ungewöhnliches.

Doch schon bald änderten sich einige Dinge kaum merklich. Es begann damit, dass eine Kundin (Typ Ewig-Studentin) bei mir einen Weinbrand-Cola bestellte, aber darauf bestand, dass es Cola- Light sein solle.

 „Bitte was?“ fragte ich leicht irritiert.

 „Mit Cola-Light, bitte. Ich bin auf Diät, und da sind dann nicht so viele Kalorien drin!

Was ist dann bitte schön im Weinbrand? Salzstreuer etwa, oder Kaugummi ohne Zucker, oder was?


 

„Aha...“ antwortete ich, und machte ihr das gewünschte Getränk

Kurze Zeit später stand besagte Kundin wieder bei mir an der Theke, und ihr Gesichtsausdruck bedeutete nur eines: Ärger!!!

„Was zum Teufel soll das denn für ein Weinbrand-Cola sein? Der schmeckt ja wie eingeschlafene Füße!“ polterte sie los. „Ich will sofort einen ordentlichen haben!“

„Vielleicht liegt`s ja an der Cola-Light? Ich meine, man weiß ja, dass mit den Kalorien auch der Geschmack entfernt wurde!“

 „UNSINN!!! Das liegt daran, dass ihr in Eurer Kaschemme billigen Fusel, anstatt guten Weinbrand in die Gläser tut!“

Pah! MARIACRON soll nicht gut sein? Pass auf, Du Vettel, pass auf!!!

„O.K., ich will hier keinen Ärger wegen so was. Setz Dich an Deinen Tisch, ich bring Dir einen neuen.“

Also machte ich ihr einen neuen Weinbrand-Cola, und zwar diesmal mit wirklich billigem Fusel- den ich zusätzlich noch mit etwas Wasser verdünnte- mit echter Cola, und damit sie sich ihre Diät vollends in die Haare schmieren konnte, tat ich auch noch ein Stück Würfelzucker ins Glas.

 Dieses Gebräu brachte ich ihr dann.

 „Geht auf`s Haus.“ sagte ich zuckersüß.

 „Das ist ja wohl auch das Mindeste!“ blaffte sie zurück.

 Ich entfernte mich von ihrem Tisch, hielt mich aber in der Nähe auf, um ihre Reaktion beobachten zu können.

Sie setzte sich das Glas an die Lippen, trank einen kleinen Schluck, verzog nur kurz den Mund, um dann zu ihren Bekannten am Tisch zu sagen, man müsse sich nur beschweren, dann bekomme man auch, was man wolle.

Jetzt sei das Getränk nach ihren Vorstellungen.

Prima, zufriedene Gäste kommen wieder.

Also habe ich kurz den Rest der Thekencrew informiert, wie diese Kundin gerne ihre Getränke haben möchte, und mich dann wieder an meine Arbeit gemacht.

Zurück hinter der Theke, der nächste Schock: KLAUS!!!

Klaus ist wohl der unentschlossenste aller Kunden überhaupt.

Das fängt schon damit an, dass er sich nicht entscheiden kann, auf welchem Hocker er denn jetzt wohl an der Theke sitzen möchte.

Auf dem einen habe er eine bessere Aussicht auf die Chicken- als wenn er je eine abkriegen würde - auf dem anderen säße er näher am Klo, und auf dem dritten könne er sich besser mit mir unterhalten (Gott bewahre).

Schließlich hat er sich immer auf den vierten Hocker niedergelassen, der sich irgendwo mittig seiner Ansprüche befand.

 „Wie immer, Klaus?“ fragte ich, nur so aus Neugier.

 „Mmmh, weiß nicht. Was`n das da oben links?“

„Southern- Comfort“

„Schmeckt das?“

„Geschmacksache...“

 „Und das?“ „Jim Beam, daneben BACARDI, JACK DANIELS; CHIVAS REGAL......

......................(10 Minuten später).......

..........und wenn Du das mit O-Saft mixt, wird es grün.“

Puh!

„Ach, mach mir einfach ein Bier“ hörte ich ihn dann endlich sagen.

 „Also, wie immer, Klaus.“

 Ach ja, der Klaus. Eigentlich ein ganz netter, wenn er sein Bier hat, und die Schnauze hält.

 „Marc, schnell, guck mal die Kleine da!“

 Mist, zu früh gefreut! VERDAMMT!

„Oder die, mit den kurzen braunen Haaren...boh...oder die da! Kennst du die? Die würde ich nicht von der Bettkante schubsen. Obwohl...ach nee...Ey, guck mal die da! Die ist auch süß! Pass mal grad` auf mein Bier auf, ich muss mal auf`s Klo!“

 Der aufmerksame Beobachter würde bemerken, dass Klaus sich nicht mal auf dem Klo entscheiden kann, ob er lieber im Stehen, oder im Sitzen pinkelt. Hauptsache er entschließt sich dazu, sich hinterher die Hände zu Waschen. Als er wiederkam, machte ich schnell den Schnüffeltest über die Theke!

Boh, Klaus, Du Sau!

 

So ging es tagein, tagaus. Und es wurde, wie gesagt auch hier immer schlimmer.

Da waren dann zum Beispiel die Leute, die nicht einfach nur ein Essen bestellen können. Nein, man muss es ja unnötig kompliziert machen.

„Eine Pizza, bitte, und wenn`s geht, den Rand knusprig, innen etwas lockerer, dann bitte mit wenig Schinken, dafür mehr Ananas, mit Pilzen, aber nicht Champignons, sondern Pfifferlinge, dazu Mozarella, als Untergrund nicht soviel Sauce, die Salami bitte nicht so fettig, damit es nicht so schmiert, und oben drauf bitte doppelt Käse! Ach ja, und wenn sie bitte keinen Knoblauch dran tun, und bitte die Zwiebeln nicht als Ringe, sondern gewürfelt? Danke! Oh, und bevor ich`s vergesse, ich hätte gerne noch ein Krefelder, aber anstatt Altbier hätte ich gerne alkoholfreies Pils, und mir schmeckt es am besten, wenn das Pils zuerst ins Glas kommt, und dann die Cola. Tja, und meine Frau möchte einen leichten Salat mit leckerem Dressing, dazu fettfreies Fleisch, am besten Pute, und zum Trinken ein Mineralwasser, kein stilles, aber auch nicht soviel Kohlensäure!“

Sonst noch was?

„Kommt sofort!“

Äh, wie war das jetzt? Alkoholfreie Pizza mit gewürfeltem Salatdressing, aber ohne Käse im Krefelder? Oder war es Putensalami mit Knoblauchsauce?

Irgendwas muss ich an der Bestellung wohl falsch verstanden haben, denn der Gast schien  nicht wirklich zufrieden zu sein. Die Essensflecken an der Wand ließen auf jeden Fall diesen Eindruck entstehen.

Nicht mal Trinkgeld habe ich von ihm bekommen. Man wird ja wohl noch mal einen Fehler machen dürfen.

 

 Zum Glück war mein Chef an diesem Abend nicht da.

30.1.08 00:03





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